


Was heute nur noch als Ruine zu sehen ist, war Ende des 13. Jahrhunderts Anlass zur ersten urkundlichen Erwähnung Himmelpforts: das Zisterzienserkloster. 1541 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst und von 1551 an durch die Familie von Trott als Gutshof genutzt. 1727 starb die Familie aus und das Gut wurde zu brandenburgischem Besitz.
Glas aus Pian

Ende des 18. Jahrhunderts erlebte Himmelpfort einen wirtschaftlichen Aufschwung, unter anderem durch die Mühle und durch die Ansiedlung verschiedener Gewerke. Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Besiedelung des Ortsteiles Pian, der sich fortan als Standort zahlreicher Glashütten einen Namen machte.
Ab 1821 wurde Glas in Pian hergestellt, dafür kam das in großen Mengen benötigte Holz aus den Wäldern der Umgebung. Holz als Brennmaterial wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts allerdings durch Steinkohle ersetzt, das Glas fortan industriell gefertigt. Die brandenburgischen Glashütten waren der Konkurrenz aus Böhmen nicht mehr gewachsen und wurden geschlossen. So zogen 1885 fast alle Einwohner aus Pian weg.
In den 1950er Jahren entstanden in Pian erste Ferienhäuser, die modernsten Unterkünfte sind erst wenige Jahre alt.
"Anegunde" zeugt von Tradition

Im 19. Jahrhundert trug auch die Entwicklung Himmelpforts zum Schifferdorf Früchte. Von der zunehmenden Industrialisierung und dem Bauboom in den großen Städten profitierten auch die Binnenschiffer, die Holz, Ziegelsteine, Glas und Nahrungsmittel nach Hamburg, Berlin, Dresden und Danzig transportierten.
Die Himmelpforter Binnenschiffer waren sehr wohlhabend, die ledigen Söhne daher unter den heiratswilligen Mädchen entsprechend begehrt. Gelegenheit zum Kennenlernen boten die einmal im Jahr stattfindenden Schifferbälle. An diese Tradition erinnert noch heute die „Anegunde“ in der Klosterkirche. Die Nachbildung eines historischen Lastenseglers wurde bei den Bällen mit selbstbestickten Bändern der Mädchen verziert, die das erste Mal am Tanz teilnehmen durften.
Durch den Bau der Nordbahn 1877 und der Strecke Fürstenberg – Templin (1899) wurde Himmelpfort erstmals für Urlauber interessant. Der Tourismus boomte vor allem in den 1970er und 1980er Jahren, als der Luftkurort seine Gäste über den FDGB-Feriendienst bekam. Seit 2002 ist Himmelpfort staatlich anerkannter Erholungsort